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Health [IIIIIIIIII ] 90.02%

Ich machte mich auf den Weg zur Post um die letzten Krankheitserreger aus meinem Körper an die breite Masse der Postkunden zu verteilen. Keiner würde leer ausgehen, Restviren waren genug vorhanden, eine gerechte Verteilung war gewährleistet.
Der Gedanke dem gemeinen faschistoiden Postkunden ein Weihnachtsfest zu bescheren, dass nur durch die Einnahme starker Medikamente und einem hohen Taschentuchverbrauch auszuhalten ist, befriedigte mich.
Nur den Postmann mochte ich, deshalb versuchte ich bei der Briefabgabe nicht zu atmen, was in einem Schwindelgefühl endete.
Während ich mit einem Brief in der Hand herumtaumelte sah ich, wie eine alte, kleine Frau damit beschäftigt war von einer erbarmungslosen, elektrischen Schiebetür zerquetscht zu werden. Sie machte hektische, Insektenartige Bewegungen mit ihren Ärmchen und wimmerte dabei.
Ihr Leid nahm ein Ende, als ein großer, junger und bärtiger Telekommann sich erbarmte und die letzten Überreste der kleinen alten Frau aus der nun geschlossenen Schiebetür zog.
Sie bedankte sich, er bot ihr 70% Rabatt auf ein Handy mit 10 Euro Startguthaben. Sie lehnte ab und er informierte sie darüber, dass alles aus dem Lager ‘raus müsse. Sie verstand den Schverhalt, erwähnte das sie damit trotzdem nichts anfangen könne und dann schlich die kleine, gebückt gehende, Frau mit einem Tuch in Leopardmustern über den, im Halogenscheinwerferlicht Lila glänzenden, Haaren fort. Vermutlich um ein Waisenhaus anzuzünden.
Ich wartete in der Schlange und versuchte darüber nachzudenken warum ich krank wurde. Vor mir stand ein mittelgroßer Türke mit einer Baskenmütze auf dem Kopf. Er roch nach Weihnachtsplätzchen. Ich fand, dass das nicht passte und konzentrierte mich auf den Mann hinter mir, der eigentlich eher neben mir stand und versuchte, mich klammheimlich zu überholen. Ich redete mir ein, dass ich dagegen etwas unternommen hätte, wenn ich nicht noch so fürchterlich geschwächt wäre. Während ich mir die Situation schönredete stiegen die Menschen der hinteren Schlangenreihe über meinen Rücken auf meinen Kopf und gingen von da aus in Richtung Postschalter. Ein paar mal geschah es, dass sie in der Mitte meines Kopfes stehen blieben, sich vorsichtig über den Rand lehnten (viele benutzen eine Strähne meines Haares um sich festzuhalten) und ein “Vielen Dank” in mein Ohr sprachen. Ich nickte vorsichtig, um sie nicht zu gefährden.
Ich glaube die schlaflosen, durch eine Glühbrine erhellten, Nächte waren Schuld das meine Abwehrkräfte Urlaub machten. Urzeitkrebse brauchen stets Licht.
Wer fragt schon, was ein Urzeitkrebszüchter braucht.

Allgemein
5 Kommentare

  1. lukas sagt:

    harharhar :D

    gute besserung

  2. freakysheep sagt:

    das war … schön

    * Meist personaler Erzähler, Bericht aus der Distanz, in einigen Texten aber auch Ich-Erzähler, z. B. bei Wolfgang Hildesheimers Kurzgeschichte „Ich schreibe kein Buch über Kafka“ oder auktoriale Erzählperspektive wie in Günter Bruno Fuchs’ „Ein Baumeister hat Hunger“
    * Keine oder nur sehr kurze Einleitung (Exposition); sofortiger Einstieg in die Handlung (in medias res), etwa durch Einführen der noch unbekannten Personen durch Pronomina.
    * Techniken der Verdichtung durch Aussparungen, Andeutungen, Metaphern und Symbole.
    * Chronologisches Erzählen hauptsächlich im Präteritum, teilweise Simultanität durch innere Monologe, Einblendungen
    * Die erzählte Zeit beträgt meist nur wenige Minuten oder Stunden, häufig wird das Geschehen auf wenige Augenblicke, eine exemplarische Situation, ein Bild oder eine Momentaufnahme reduziert.
    * Lakonischer Sprachstil, Alltagssprache, teilweise Verwendung von Umgangssprache, Dialekt oder Jargon.
    * Doppelbödigkeit, Mehrdeutigkeit: das geschilderte Alltagsereignis verweist auf komplexere Probleme, die oft über Metaphern und Leitmotive zu erschließen sind.
    * Offener Schluss oder eine Pointe => Der offene Schluss „zwingt“ den Leser förmlich dazu, über das Geschehen nachzudenken, denn es bleiben noch Fragen übrig – der Leser muss zwischen den Zeilen lesen.
    * Vermeiden von Wertungen, Deutungen, Lösungen.

  3. Philipp sagt:

    danke senor wikipedia

  4. ju sagt:

    waehrend meine mutter mir von weihnachtsbaeumen und renovierten bauernhaeusern erzaehlt, versuche ich, den text zu lesen, und scheitere dabei recht klaeglich. nachdem ich aber durch den kommentar ueber mir mitbekommen habe, dass du mir eine wahrscheinlich noch paedagogisch wertvolle kurzgeschichte andrehen wolltest o____________Ó bin ich froh den text nicht verstanden zu haben.